Arbeitskreis Rotmilan

Auszug aus der Projektskizze „Besenderung Lippischer Rotmilane“

 Die Arbeitsgruppe der Rotmilanfreunde Lippe wird neben der erfolgreichen Markierung von Rotmilanen in Zukunft einige dieser Greife auch mit Sendern ausstatten. Diese Sender erfassen GPS-Daten und andere Parameter und senden diese über das Mobilfunknetz an die Datenzentrale. Von dort können sie abgerufen und ausgewertet werden.

Ziele

Es geht nicht um eine Verfolgung der Tiere in ihre Winterquartiere – diese Daten werden zwar erfasst, sie erfolgen jedoch in einer geringeren Datenrate. Vielmehr steht die Erstellung von Bewegungsmustern im Brut- und Nahrungshabitat im Mittelpunkt der Untersuchungen. Erforscht werden soll:

  • Verhalten im Brut- und Nahrungshabitat in Abhängigkeit zur Bewirtschaftung der Flächen
  • Wie reagieren Rotmilane auf Windkraftanlagen in der Umgebung, werden sie ignoriert, gemieden, oder angeflogen?
  • Ist es möglich, durch Futterplätze Rotmilane aus gefährdeten Bereichen heraus zu locken? (Parallel zur Besenderung würden dazu Futterplätze angelegt)
  • Gibt es Möglichkeiten, durch eine Veränderung der Bewirtschaftung der Flächen Rotmilane aus Gefahrenbereichen zu locken?
  • Verhalten nichtbrütender oder brutabrechender Altvögel (Nomadisierung, Festhalten am Brutplatz, verändertes Zugverhalten)
  • Verhalten nicht geschlechtsreifer Vögel (Größe Aufenthaltsraum, Nomadisierung)
  • Festhalten am Brutplatz, Brutplatzwechsel, Ansiedlungsverhalten von Erstbrütern, Umverpaarungen
  • Populationsentwicklungen der lokalen Population und Einflüsse auf lokale Dichtezentren und Randbereiche bei veränderten Bewirtschaftungsformen

Durch die Ergebnisse können wissenschaftlich fundierte Aussagen getroffen werden, welche auch bei Entscheidungen beispielsweise über Standorte von Windkraft- und Biogasanlagen einbezogen werden können.

Vorgehensweise

Zunächst werden zwei Tiere besendert. Zuvor wird die Anbringung bei zahmen Greifen getestet. Hierbei arbeitet das Projektteam eng mit Fachleuten zusammen, die bereits Erfahrungen mit Besenderungen haben (z. B. Christian Gelpke, HGON Rotmilan-Projekt Hessen oder Ubbo Mammen, Sachsen-Anhalt). Erst danach werden Wildtiere mit Sendern ausgestattet – so ist gewährleistet, dass diese Tiere nicht beeinträchtigt werden. 
Im ersten Beobachtungsjahr werden schon Vergleichsdaten gesammelt, die später in die Auswertung mit einbezogen werden. In den Folgejahren ist eine Besenderung von mindestens zehn Tieren wünschenswert. 
Das Besenderungssprojekt ist auf mindestens fünf Jahre ausgelegt, eher für längere Zeit. So sind aussagekräftige Daten aus einem nachhaltigen Projekt zu erwarten.

Projektpartner und wissenschaftliche Bearbeitung

Die Arbeitsgruppe der lippischen Rotmilanfreunde hat zahlreiche Projektpartner, die die Besenderung fachlich unterstützen. 
Zum Team gehören Falkner und Tierärzte, Techniker und Fachleute für Öffentlichkeitsarbeit. Eine enge Partnerschaft besteht zur Arbeitsgruppe Prof. Dr. Oliver Krüger von der Universität Bielefeld, Fachbereich Verhaltensforschung. Sie sind bereits in das Projekt eingebunden und haben Rotmilane mit Flügelmarken versehen. Siehe http://www.uni-bielefeld.de/biologie/animalbehaviour/krueger/raptorsowls/buzzard.html
Hier wird auch eine Auswertung der Daten erfolgen. Die Daten werden allen fachlich interessierten Personen und Institutionen zugänglich gemacht. 
Der ehemalige Landrat Friedel Heuwinkel ist Schirmherr des Projektes.

Öffentlichkeitsarbeit

Den Rotmilanfreunden ist die Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig. Nicht nur in Fachkreisen ist Lippe inzwischen durch sein engagiertes Rotmilanprojekt bekannt. Ein zum großen Teil in Lippe gedrehter Film über die Rotmilane erregte inzwischen internationales Interesse. Infos finden sich hier: http://robinjaehne.de/neuigkeiten-termine.htmlund ein Trailer des Filmes: http://www.youtube.com/watch?v=hCA6Q-QoGgM
Natürlich gibt es immer wieder Informationsveranstaltungen für Schüler. Es bestehen Kooperationen zu Umweltbildungseinrichtungen (u.a. Naturparkschule und Rolfscher Hof) nicht nur im Lipperland. 
Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden in entsprechenden Fachorganen publiziert. 
So trägt das Projekt auch zu einer Steigerung der Bekanntheit und einem Imagegewinn Lippes bei. 
Eine hohe Zahl von Zugriffen hat der Lippische Rotmilanblog: http://rotmilan-lippe.blogspot.de/