Lippische Mitteilungen Bd. 89 druckfrisch erschienen

Am 20. November 2020 konnte das Redaktionsteam der Lippischen Mitteilungen den neuen, druckfrischen Jahresband in Händen halten und mit Stolz feststellen: Trotz der coronabedingten Einschränkungen bei Treffen, der Kommunikation und dem gesamten Abstimmungsprozess konnte Band 89 der wissenschaftlichen Jahreszeitschrift pünktlich fertig gestellt und an die Vereinsmitglieder versendet werden. Die seit 1903 in Vereinsverantwortung erscheinende Zeitschrift des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe e.V.  präsentiert ausgewählte geschichts- und naturwissenschaftliche Beiträge zum Lipper Land für seine Vereinsmitglieder, aber auch einer breiten Öffentlichkeit. Die digitalen Ausgaben bis zum Jahresband 2009 sind mit Unterstützung der Lippischen Landesbibliothek auch online greifbar unter https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/llb/periodical/titleinfo/5754097?.

Auch die diesjährige Ausgabe der „Lippischen Mitteilungen“ versammelt eine große Bandbreite an aktuellen Themen, brandaktuell mit Hinblick auf die Coronaepidemie darunter der Beitrag von „Wolfgang Bender: Die Grippe greift immer weiter um sich. Die Spanische Grippe des Jahres 1918 in Lippe und ihre Folgen“, der die Reaktionen auf die damalige Pandemie schildert.

Es zeigte sich allerdings auch während der Arbeit an den Lippischen Mitteilungen 2020, dass über kaum eine andere Epoche so intensiv diskutiert und mit so viel Leidenschaft gestritten wie über das 20. Jahrhundert. Die Diskussionen um den Nationalsozialismus und seine Folgen sind aktuell wie nie. Das belegt zum Beispiel Thomas Dann in seinem Artikel ‚»Judenmöbel« in Lippe. Über den Umgang mit den mobilen Hinterlassenschaften geflüchteter, vertriebener oder deportierter lippischer Personen jüdischen Glaubens in der NS- und Nachkriegszeit‘.  Neben solchen Artikeln wird die Gegenwart der Vergangenheit ausgehend vom letztjährigen Beitrag von Hubert Rottleuthner und Margret Rottleuthner-Lutter, die ihre eigene Abiturrede an der Marianne-Weber-Schule aus dem Umbruchsjahr 1968 reflektierte, auch in den neuen Lippischen Mitteilungen noch einmal in einem abgedruckten Beitrag des WDR thematisiert. Darin kam die ehemalige Lemgoer Oberstudiendirektorin Käthe Aettner zu Wort und konnte eigene Erinnerungen aus ihrem Leben beitragen.

Aber auch weitere historische und naturwissenschaftliche Beiträge zeigen die große Vielfalt und Lebendigkeit lippischer Geschichte durch die Epochen sowie Tier- und Pflanzenwelt in der Region. So erläutert Jörg Wunschhofer Beziehungen zwischen dem Domkapitel Paderborn und dem Land Lippe und Ingo Löppenberg nimmt Preußen und Lippe als Kulturstaaten im 19. Jahrhundert. Bildungspolitik, Kulturpflege und Denkmalschutz in den Blick. In einem der Beiträge des naturwissenschaftlichen Teils berichtet Jürgen Braunsdorf über eine ausgeprägte Feuersalamanderpopulation auf dem Gelände des LWL-Freilichtmuseums Detmold, die zu den umfangreichsten Beständen in Lippe gehört. Manfred Hofmann schreibt über das Quellgebiet der Strothe zwischen Schlangen-Kohlstädt und Horn-Bad Meinberg und – last but not least – kommt ein musealer Aspekt zum Tragen im Artikel von Heinrich Biermann / Dietrich Horstmann, in dem die Schmetterlingssammlung von Friedrich Brokmeier (1893-1968) im Lippischen Landesmuseum Detmold im Zentrum steht.

„Wir freuen uns über den neuen Band und danken an dieser Stelle den Autorinnen und Autoren.  Unser besonderer Dank gilt aber dem Redaktionsteam, das mit hohem Engagement und vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit ein so professionelles Ergebnis vorgelegt hat,“ lautete die gemeinschaftliche Erklärung des geschäftsführenden Vorstands zur Herausgabe des aktuellen Jahresbandes am 20.11.2020. „Alle diese Beiträge zeigen: Die Regionalforschung zur lippischen Geschichte und Naturkunde ist vielfältig und lebendig.“ Der aktuelle Band ist ab sofort über den Buchhandel sowie über die Geschäftsstelle des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe e.V. erhältlich.