Die „Ressource“ in Detmold ist der älteste lippische Geselligkeitsverein. Hervorgegangen aus einer Stammtischgemeinschaft trafen sich die Mitglieder seit 1831 in dem neuerrichteten Detmolder Rathaus. Die Mitgliedschaft war exklusiv und bestand aus Offizieren, Kaufleuten, Geistlichen, Gymnasiallehrern, Mitgliedern des Hofes und hohen Verwaltungsbeamten. Auch Künstler wie Johannes Brahms, der als Musikerzieher zeitweise in Detmold lebte, besuchten das Vereinslokal, ohne dessen Mitglied zu werden. In der Ressource traf sich schon früh eine junge Generation, die sich im Vormärz politisierte. Zu diesem Kreis gehörten der bekannte Achtundvierziger Theodor Althaus und die Frauenrechtlerin Malwida von Meysenbug. Als die Ressource 1873 gegenüber dem Schloss ein repräsentatives Versammlungslokal errichtete, machte der Verein damit auch baulich seine zentrale Bedeutung für die Residenzstadt deutlich. In der Ressource wurden nicht nur die Feste der Detmolder Oberschicht gefeiert, dort wurden oft auch die Weichen für die lokale Politik gestellt. Allerdings schwand der Einfluss in der Wilhelminischen Zeit zusehends.
Bärbel Sunderbrink berichtet über eine spannende und bis heute prägende Epoche der Detmolder Stadtgeschichte und erläutert die Wechselwirkungen zwischen der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung der Kommune und der „Ressource“ als Zentrum des Gesellschaftslebens.
Dr. Bärbel Sunderbrink, Diplom-Archivarin und Historikerin, hat an der Fachhochschule für Archivwesen in Marburg, an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und an der FernUniversität in Hagen studiert. Dort ist sie mit einer mehrfach ausgezeichneten Arbeit über die Verfassungskultur des Königreichs Westphalen promoviert worden. Nach langjähriger Tätigkeit am Stadtarchiv Bielefeld leitet sie seit 2013 das Stadtarchiv Detmold. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf dem 19. und 20. Jahrhundert und haben lokal- und regionalgeschichtliche Bezüge. Sie ist auf koloniale Spurensuche in Detmold gegangen, thematisiert in einem stadtgeschichtlichen Projekt die Stadtsanierung in den 1970er Jahren und hat jüngst eine Ausstellung zu den Bezügen zwischen dem Hermannsdenkmal und der Stadt Detmold erarbeitet.
Geselligkeit und Politik. Detmold und die „Ressource“ im 19. Jahrhundert
Donnerstag, 04. September 2025, 19:30 Uhr
Vortrag der Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink
Veranstalter: Stadtarchiv Detmold in Kooperation mit dem NHV Lippe e.V.
Für die o.g. Veranstaltung, den Vortrag von Frau Dr. Bärbel Sunderbrink „Geselligkeit und Politik. Detmold und die Ressource im 19. Jahrhundert“ geben wir hiermit eine Änderung des Veranstaltungsortes bekannt.
Der neue Veranstaltungsort ist das Waldhotel Bärenstein, Am Bärenstein 44, in Holzhausen Externsteine. (32805 Horn-Bad Meinberg.) (Bitte die letzte Ortseinfahrt aus Richtung Detmold nutzen.)
Kosten: Essen 14€ + Getränke. Aufgrund der notwendigen Planung ist eine verbindliche Anmeldung bis Dienstag, 2. September, an stadtarchiv@detmold.de oder 05231 766-110 erforderlich.

