Urlaubsfreuden unter dem Signum des Hakenkreuzes „Mit 'Kraft durch Freude' von Lippe an die Mosel

Montag, 16. Februar 2026, 19:00 Uhr

Landesarchiv NRW, Abteilung OWL, Willi-Hofmann-Str.2, Detmold

Vortrag von Dr. Christof Krieger

Wohl nichts ist als die vermeintlich „gute Seite“ des Hitlerstaates so prägnant in der kollektiven Erinnerung verhaftet, wie das nationalsozialistische „Feierabendwerk“ der NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“. Tatsächlich bedeuteten die vom gigantomanischen Organisationsdrang des NS-Regimes initiierten preisgünstigen Land- und Seereisen einen wichtigen Entwicklungsschritt hin zum Massentourismus unserer Tage. Doch ging es den Nazis dabei tatsächlich nur um harmlose Urlaubsfreuden, die die Arbeitskraft der Volksgenossen erhalten und stärken sollten oder steckte doch mehr dahinter? Welche Zwecke verfolgte das NS-Regime wirklich mit seinen unter dem Signum des Hakenkreuzes millionenfach organisierten Gruppenreisen? Und wie verliefen diese Fahrten eigentlich genau? Wie suchte das Regime diese im ureigenen ideologischen Sinne zu instrumentalisieren?

Dies alles sind Fragen, denen der Historiker Dr. Christof Krieger einmal am Beispiel der Mosel nachgegangen ist. Avancierte die bekannte Weinregion in den Friedensjahren des Dritten Reiches doch neben Oberbayern zum beliebtesten Reiseziel von Hitlers Tourismusplanern, wobei der parteiamtliche Urlauberstrom nunmehr selbst auch das kleinste Winzerdorf erreichte, in denen sich bislang kaum ein Fremder verirrt hatte! Auch aus dem vormaligen Land Lippe wurden dabei diverse KdF-Sonderzüge ins Moseltal geleitet, deren Spuren Dr. Krieger einmal gezielt nachverfolgt hat. Krieger, Leiter des Mittelmosel-Museums in Traben-Trarbach, beschäftigt sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit der regionalen NS-Geschichte, wobei er bereits auch schon 2019 in Detmold über die dortigen „Weinpatenschaften“ des Dritten Reiches referierte.