Altersversorgung im Spiegel von frühneuzeitlichen Rechtsquellen. Zur Situation der Altenteiler am Beispiel von Eheprotokollen und Gogerichtsregistern in der Grafschaft Lippe (1600-1800)

Mittwoch, 06. Mai 2026, 19:30 Uhr

Landesarchiv NRW OWL in Detmold, auch als Zoom-Meeting

Dr. Annette Hennigs, Detmold

Die Versorgung der Altenteiler war in der Frühen Neuzeit kein ungeregelter Bereich ohne gesetzliche Grundlagen. Neben den normativen Gesetzestexten zeigt ein Blick in weitere Quellen schnell, dass das Zusammenleben mehrerer Generationen unter einem Dach oder in verschiedenen Gebäuden auf einem Hofraum konfliktbehaftet war. Diese Normverstöße ermöglichen einen lebendigen Blick in den Alltag der Leibzüchterinnen und Leibzüchter unter unterschiedlichen sozialen und wirtschaftlichen Voraussetzungen und damit auch in die Wohnsituation der Altenteiler. Die Grafschaft Lippe zeigt eine besonders reiche Überlieferung an verschiedenen Quellengruppen der Frühen Neuzeit und eignet sich als Fallbeispiel. Gesetzlich geregelt war u.a. die Aufstellung von sog. Eheprotokollen, wenn der Hoferbe oder die Hoferbin heirateten und damit der Generationenwechsel auf den Höfen und Stätten stattfand.

Anhand von ausgewählten Beispielen von Höfen und Stätten unterschiedlicher Wirtschaftskraft soll die Situation der Altenteiler beleuchtet werden.