Zauberbohrungen, magische Zeichen und „Hexenbriefe“ Spuren alltagsmagischer Praktiken an Bauernhäusern in Nordwestdeutschland

Montag, 23. März 2026, 19:30 Uhr

Landesarchiv NRW, Abteilung OWL, Willi-Hofmann-Str. 2, Detmold

Vortrag von Dr. Heinrich Stiewe (Blomberg)

An älteren Bauernhäusern in Nordwestdeutschland sind vielfältige Spuren alltagsmagischer Praktiken des 16. bis 20. Jahrhunderts zu beobachten, die behutsam zu interpretieren sind. Neben eher selten vorkommenden, eindeutig magisch zu deutenden Zeichen (z.B. Pentagrammen) finden sich immer wieder Bohrlöcher in den tragenden Ständern des Hauses, deren Inhalte eine magische Verwendung nahelegen.

Herausragend sind einige Funde von „Hexenbriefen“ aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, die in solchen Bohrlöchern „verpflockt“ waren und deren Texte explizit zur Abwehr von Hexerei und Schadenzauber geschrieben worden sind. Weiterhin werden beispielhafte Befunde von magischen Zeichen und Deponierungen innerhalb von Häusern vorgestellt und im Kontext der Forschungsliteratur diskutiert. Einige aktuelle Befunde, u. a. aus Gebäuden des LWL-Freilichtmuseums in Detmold, beschließen den Vortrag.